Unterwegs mit … mehr oder weniger Geld

Nachdem man lange vom Reisen, schönen Orten geträumt, Flüge gesucht und Ausrüstung (bei Aldi) gekauft hat, stellt sich irgendwann die Frage: was wird mich das kosten? Nun ja – die Antwort ist: das kommt darauf an. Die Angaben über die Kosten einer Weltreise hält fast jeder geheim, oder möchte sie vielleicht auch gar nicht ausrechnen. Egal was es kostet, es lohnt sich auf jeden Fall.

Auf weltreise-info.de findet man eine Menge Hinweise. Bei uns setzten sich die Kosten wie folgt zusammen:

  • Ausrüstung: mindestens € 600 pro Person muss man rechnen für diversen Outdoor-Schnickschnack, teuer sind Jacken und Rucksäcke, aber hier sollte man wirklich nicht sparen. Am besten die Ausrüstung nach und nach hinzukaufen, auf Sonderangebote auch bei Discountern achten. Was kaputt geht, kauft man unterwegs eh neu. Nur Rucksäcke und gute Outdoor-Jacken gibt es nicht überall zu kaufen.
  • Kosten für Versicherungen unterwegs: Eine Auslandsreise-Krankenversicherung ist Pflicht, eine Unfallversicherung schadet nicht. Je nach Tarif und Alter kommen hier für 6 Monate ca. € 400 pro Person zusammen.
  • Laufende Kosten zuhause: Dies war eigentlich unser größter Posten: unsere Wohnung hatten wir leer stehen lassen, unser Auto an Freunde zur Nutzung überlassen, Zeitschriftenabos gekündigt, Krankenversicherung und Sparverträge ausgesetzt – aber trotzdem eine Menge Geld. Das muss sich jeder mal selbst ausrechnen, man wundert sich, was so alles zusammenkommt.
  • Flugstrecken: Die wichtigsten Langstrecken sollte man vorab buchen. Bei uns waren dies rund € 2000 pro Person, dabei haben wir das erste und letzte Segment mit Bonusmeilen bezahlen können. Ansonsten wären es wohl deutlich über € 3000 gewesen. Die Mittelstreckenflüge unterwegs haben wir aus unserem Tagesbudget bestritten.
  • Geld nach dem Zurückkommen: Auch die nächste Miete und Essen muss bezahlt werden, sobald man wieder in Deutschland ist und noch kein Gehalt auf dem Konto hat. Also ein Monat Puffer ist Pflicht.
  • Tagesbudget:: Je nach Land gibt man unterschiedliche Summen aus, deshalb benötigt man ein Tagesbudget x Anzahl Tage, bei uns (recht komfortable) € 100 pro Tag für zwei Personen. Mehr dazu weiter unten.

Also: doch einiges an Geld.

Geld aus aller Welt

Geld aus aller Welt

Die nächste Frage ist das Tagesbudget. Ein guter Richtwert ist die Aufteilung:

Zusätzlich sollte man sich noch ein kleines Extrabudget für teure Ausflüge und Touren genehmigen. Eine Tour nach Maccu Picchu oder in den Amazonas durchschlagen mit 200-300 USD pro Person mal schnell das Tagesbudget.

Mit unseren € 100 für zwei Personen können zwei Mitte-30er mit ein klein wenig Luxus gut leben. Sicher: es gab Länder, die deutlich mehr gekostet haben (Hawaii, Fiji mit rund € 200 / Tag), aber auch deutlich günstige Länder wie Indonesien oder Indien mit € 30-50 pro Tag für uns beide – und da haben wir uns das Luxus-Zimmer mit Seafood zum Abendessen gegönnt. Unterkünfte bekommt man für durchschnittlich 30 € ganz ordentliche überall auf der Welt. Ausnahmen sind halt immer Großstädte (San Francisco mit € 60-70 im Hostel, Hong Kong mit € 60 für ein Kettenhotel). Die Preise lassen sich aber vorab recht gut über Hotel- und Hostel-Portale recherchieren.

An der Unterkunft sollte man auch nie sparen: Ein sauberes, sicheres (!) Zimmer ist Gold wert, ein guter „Herbergsvater“ (oder -mutter) ein wichtiger Ratgeber für die Weiterreise, die Infrastruktur mancher Hostels komfortabel und schließlich verbringt man auch so manche Tage auf dem Zimmer – ob’s nun draußen regnet, zu heiß ist oder man krank ist. Wer sich selber quälen möchte, der kann natürlich auch in einem „Mixed fan dorm“ für € 3 / Nacht schlafen und mit den Kakerlaken UNO spielen. Na gut, in Rurrenabaque mussten wir auch eine Nacht in einem € 10-Unterkunft verbringen, da uns das Bargeld ausgegangen war. Wir haben’s überlebt.

Beim Transport lässt sich immer schnell sparen. Fliegen ist natürlich immer schneller und bequemer, oftmals die Taxifahrt zum Flughafen aber das teuerste. Reisen mit lokalem Überlandbus sind unterhaltsam, aber oftmals unbequem. Dafür sieht man mehr vom Land. Je schneller man reist, desto teurer wird es eben.

Und beim Essen lohnt es sich immer, lokal zu essen. In Peru gibt es z.B. günstige Menu del dia für € 3-4, während das Abendessen dementsprechend unbezahlbar war. Also gab’s Abend eben Kekse. In Indien wurde es schwieriger mit lokalen Restaurants, hier mussten wir meistens im Hotel essen. Dafür gab’s in Laos, Thailand oder Malaysia (aber auch Bolivien, nur das will man nicht essen) oftmals gutes Essen ab € 2-3.

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Und wie verwahrten wir unser Geld: Also erst einmal einen Notvorrat von USD-Scheinen im Geldgürtel. Ansonsten hatte ich einen Dauerauftrag vom Girokonto auf die Konten zweier Guthabenkreditkarten eingerichtet – so war ich meistens liquide und konnte an jedem Automaten Geld abholen. Zu Beginn hatten wir noch einige Barreserven in USD und EUR dabei. Die Guthabenkreditkarten haben sich aber bewährt: mit einem festen Betrag regelmäßig aufgeladen, bieten sie kostenlosen Bargeldbezug und eine gewisse Sicherheit. Zusätzlich hatten wir noch „normale“ Kreditkarten dabei, für den Notfall. Anbieter gibt es genug: vom ADAC, über die bekannte DKB und comdirect, bis hin zu Kalixa. Und wenn alles nicht mehr hilft: die Möglichkeit, schnell per Telefon über Western Union Geld anzufordern, entweder per Online-Banking oder über Bekannte.

Soviel zum lieben Geld. Mit etwas mehr Geld reist es sich deutlich angenehmer, aber man muss auch keine Unsummen ausgeben.

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