Im dreckigsten Land der Welt

Der Flug nach Delhi war pünktlich, ebenso die Airport Metro in die Stadt. Alles sauber und gepflegt und erstaunlich wenig Menschen, gut die Sicherheitskontrolle an der Metro nervt, aber was solls.

Unser Hotel liegt laut Karte direkt am Hauptbahnhof Neu Delhi. Der Schock kommt beim Verlassen der Station: überall Menschen, Straßenhunde, Rikschas, Autos – in einem Gemisch aus Staub, Dreck, Pisse und Scheiße. Menschen, Kühe, Bettler, Diebe, Betrüger, Polizisten, aber nur wenige Frauen unterwegs.

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Natürlich sprechen uns direkt dutzende hilfsbereite Inder an, um uns den Weg zu weisen. Egal ob im Anzug oder zerrissenem T-Shirt, alle weise in eine Richtung. „Hello Sir, this way!“ – Woher weiß der, wo wir hinwollen? Hat der uns vor 10 Minuten nicht schon angesprochen? Ist der uns gefolgt? Und plötzlich stehen wir am Connaught Circle – genau entgegengesetzt zu unserem Hotel – und finden uns in einer „official government tourist information“, also einem Reisebüro. Wir ergattern eine kostenlose Karte und machen uns nach mehreren Orientierungsrunden auf den Rückweg zum Hotel. „You are going to scam!“ – ruft jemand von der anderen Straßenseite. Ja, wissen wir.
Es ist schon unglaublich: da haben uns dutzende Leute kollektiv in die falsche Richtung gelotst!

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Erstmal muss der Schock verarbeitet werden, gegessen wird im Hotel. Am Nachmittag mache ich mich noch gleich auf in das sagenhafte Ticketoffice im Bahnhof, um ein neues Zugticket zu kaufen. Nur weg hier!

Am nächsten Morgen mache ich mich alleine auf Sightseeing, zu Fuß und der Metro. Selbst der Ticketkauf wird zum Abenteuer. Der Automat nimmt nur 10 Rupienscheine, gibt aber Münzen zurück. Am Schalter drängeln sich die Leute vor, selbst wenn man nur 10cm hinter dem Vordermann steht. Und natürlich gibt der Schalterbeamte das Wechselgeld falsch heraus.

Das rote Fort ist, wenn man es denn geschafft hat, eine Oase der Ruhe. Mehr möchte ich gar nicht sehen, das reicht an Sightseeing.

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Nein, gegen Delhi war Manila ja die reinste Wellnessoase. Es gibt hier einfach zu viele Menschen. Und noch mehr Straßenhunde, die Tollwutimpfung war schon berechtigt. Was den Inder fehlt, ist ganz klar ein Gemeinschaftssinn. Es gibt keine Regeln, wenn doch, dann hält sich keiner dran. Höflichkeit ist ein Fremdwort. Der Verkehr ist nicht mehr als solcher zu bezeichnen, pure Anarchie. Jeder wirft seinen Müll auf den Boden und rotzt (ganz tief von unten hoch) auf die Straße. Betrüger ist ein anerkannter Beruf. So kann kein Land funktionieren!

Meine Reisebegleitung sucht schon fleißig nach Flügen zurück nach Bangkok…

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One thought on “Im dreckigsten Land der Welt

  1. Wer nicht hören will….

    Ich kann euch aber versichern, dass es außerhalb von Delhi nur besser werden kann. Wenn es zu viel wird, flieht nach Goa!

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