Zurück nach Thailand

Eigentlich hatten wir geplant, nach der Insel Palawan, auf der wir die letzten zwei Wochen verbracht hatten, die Inselgruppe der Visayas zu erkunden. Nun ist das leider genau das Gebiet, durch das der Taifun gefegt ist. Wie genau die Lage ist, kann immer noch keiner sagen, das Fernsehen zeigt schlimme Bilder von der Insel Leyte, die ihr alle sicher auch gesehen habt. Wie es auf den Nachbarinseln aussieht, kann keiner so genau sagen.  Nur aus Blogs und Forenbeiträgen konnten wir bisher eine Ahnung bekommen, wie es vor Ort aussieht. Die Flughäfen sind in den letzten Tagen wieder geöffnet werden. Allerdings deutet vieles darauf hin, dass die Versorgungslage auch in den weniger zerstörten Gebieten problematisch wird. Wenn nicht regelmäßg Diesel-Nachschub kommt, fallen die Notstromgeneratoren aus, dann verderben die Lebensmittel, es gibt kein sauberes Wasser etc. Da stören Touristen erstmal nur. Schon nach Palawan mussten Lebensmittel importiert werden; auch hier beim Frühstücksbuffett in Manila gibt es überraschend wenig Obst.

Vorgestern haben wir uns eingeschlossen und überlegt, wie es weitergehen könnte. Nach einigen Recherchen und der Tatsache, dass bereits der nächste Sturm namens Zoraida vor der Tür steht, haben wir uns entschlossen, die Philippinen vorzeitig zu verlassen und früher als geplant nach Thailand zurück zu fliegen.

Schade, denn die Philippinen standen von Anfang an als feste Destination unserer Reise fest. Leicht ist es uns nicht gefallen, auch deshalb weil unser Rückflugticket nicht umbuchbar ist und wir deshalb einen neuen Flug buchen und bezahlen müssen.

Andererseits sind wir gerade in Manila und Manila bietet – nun ja – wirklich keine Aufenthaltsqualität. Man kann seine Zeit in Einkaufszentren totschlagen, auf der Straße möchte man sich nicht aufhalten. Es erinnert uns vieles hier an die schlechten Eigenschaften südamerikanischer Städte wie La Paz oder Lima. Der Unterschied zwischen Arm und Reich ist immens, vor vielen Geschäften und alle Shoppingscentern stehen schwer bewaffnete Wachleute, die alle Gäste nach Waffen abtasten. Dazu ist es schwül, regelmäßig regnet es, es ist laut,  es stinkt, man muss die ganze Zeit aufpassen, nicht bestohlen oder überfahren zu werden. Auf der Habenseite hat Manila außer einer kleinen Altstadt auch kaum etwas zu bieten. Kein Wunder, dass die Menschen schon morgens Schlange stehen, um in die rieisigen Einkaufszentren gelassen zu werden – nach ausführlicher Sicherheitskontrolle versteht sich.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Theoretisch kann man ein paar Ausflüge machen: Mount Pinatubo oder den Tagaytay-Vulkansee. Die Touren sind aber teuer und das Wetter muss stimmen. Wir zahlen fast 60 € für ein muffiges 3-Sterne-Hotelzimmer, da bekommen wir in Bangkok was besseres für.

Wir haben ein paar Dinge gespendet, Kleidung und Schuhe,  und ein paar Pesos in Spendenboxen geworfen. Im Fernsehen sehen wir gerade, wie die Sachspenden sortiert werden. Ansonsten merkt man hier nichts von der Katastrophe, die sich ein paar hundert Kilometer gerade ereignet.

Heute abend geht unser Flug nach Bangkok. Wir hoffen mal, dass die Rot- und Gelbhemden in Bangkok solange still halten. Ansonsten müssen wir wohl in die Provinz flüchten.

Werbeanzeigen