Hilfe die Chinesen kommen

Vorspiel: Flug von Nadi nach Hong Kong

Sowohl Fiji als auch Hong Kong sind vormals beides englischsprachige Kolonnien gewesen. Wir sitzen in einem vollen Flieger und stellen verwundert fest, dass Fiji Airways eine chinesisch-sprechende Übersetzerin (keine Flugbegleiterin) engagiert hat, um die notwendigen Sicherheitsanweisungen („Handy aus, Hinsetzen, Anschnallen, Schnauze halten“) bei den chinesischen Touristen auch durchsetzen zu können.


1. Akt: Im Taxi vom Flughafen ins Zentrum

Mr. Eric: We have been here five years ago and now want to see what has been changed in KK.
Taxifahrer: More traffic [wir stehen auch im Stau]. More tourists. Chinese rich people now.
Mr. Eric: Are there any new buildungs in KK?
Taxifahrer: Not here, but at sea front. More place for development.

2. Akt: Ein Dialog zwischen einem Shuttlebusfahrer und einem Chinesen

Fahrer: Pasar? [=Markt]
Chinese: ???
Fahrer: 1-Borneo Mall? [=Name der Shopping-Mall]
Chinese: ???
[Pause]
Chinese: [laut] SHOPPING, SHOPPING!!!
[Lautes Lachen des Fahrers und unsererseits]

3. Akt: Neanderthaler im Zug
Chinesische Touristen (eine reine Herrenrunde) räkeln sich auf zwei 4er Zugabteilen in bester Manier: Füße auf den Sitzen, nackter Oberkörper, Kippe lässig im Mundwinkel, schreiende Kommunikation untereinander als mit den Kumpels im nächsten Wagen. Zum Zeitvertreib hangeln sich die Herren bei voller Fahrt aus dem letzten Waggon und machen dabei lustige Bilder mit ihren iPhones. Auf dem 4er-Sitz daneben sitzt eine ältere Malain mit ihrer kleinen Tochter, wir stehen (!) dazwischen. Sie ist sichtlich genervt von der Herrenrunde und weist diese schließlich nach einer Weile lautstark auf Malaisch (!) zurecht, sie sollen sich endlich mal hinsetzen und den Stehenden (also uns zum Beispiel) Platz machen. Sprachbarrieren werden mit eindeutiger Gestik überwunden.
Mit den drei Worten Englisch, die seitens der Herrengruppe beherrscht werden, wird die couragierte Dame unfreundlich betitelt. Wir gehen nicht weiter darauf ein. Ein eindeutiges Augenrollen und Kopfschüttel zwischen uns und den restlichen (nicht chinesischen) Fahrgästen reicht aus: keiner mag sie, die Chinesen.

4. Akt: Diskussion mit einem Guide auf der Rafting-Tour (mit uns und zwei Dutzend Chinesen)

Mr. Eric: Obviously there are much more tourists now than five year ago?!
Guide: Yes, more tourists now.

Mr. Eric: Do we have to split into different groups?
Guide: Yes, we make two groups: Chinese and rest. Easier for communication. Chinese make more problems.

Wir hätten es wissen müssen. Die Chinesen sind inzwischen überall. In Kota Kinabalu sind in den letzten Jahren nicht nur zahlreiche neue Hotels, Shoppingzentren und Straßen gebaut worden, sondern sogar eine künstliche Insel mit einer kleinen Marina angelegt worden.

Und durch den Ort streifen Tag für Tag chinesische Touristen. Gut, vor fünf jahren gab es auch schon einige chinesische Touristen hier, aber deutlich weniger. Jetzt landet alle halbe Stunde ein Flugzeug auf dem kleinen Flughafen hier.

Die chinesischen Touristen erkennt man sofort: kurze Hosen, Kamera und Rucksack umgehängt und laufen etwas desorientiert, lautstark und halb-nackig durch die Straßen. Eigentlich unangebracht in einem Land, in dem der Islam Staatsreligion ist und Höflichkeit oberstes Gebot. Und: schwimmen können sie auch nicht. Ein eher lustiger Anblick beim Schnorcheln am Strand und durchaus gewagt auf einer Rafting-Tour.

Chinesen_2

Wir werden bestärkt in dem Eindruck, dass die Malaien hier auch nicht viele mit den Chinesen anfangen können. Jedenfalls scheinen letztere weder Englisch noch Malaisch zu sprechen. Gut für uns – wir werden jedenfalls bisher immer gut verstanden und freundlich bedient 🙂

Chinesen_3

Die ganzen neuen Einkaufszentren sind – wie schon in Hong Kong – eher Investitionsruinen. Jedenfalls sind meist nur wenige Kunden vorzufinden, das Personal langeweilt sich und überall gibt es eigentlich nur das gleiche.

Also auf zu einem leckeren Essen mit frischer Kokosnuss und Satay-Spießen vom Straßenstand.

Salam! Saya mau puluh satay ayam – 7 Ringgit – Terima kasih – Sama-sama.

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2 thoughts on “Hilfe die Chinesen kommen

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