Fazit USA

Also wir haben die USA ja nicht vollständig von Osten bis Westen bereist, sondern uns sicherlich die schönsten, aber eher untypischsten Ecken herausgesucht: San Francisco und Hawaii. Also ist das Fazit sicher nicht ganz fair. Trotzdem: eigentlich nur als Transitstop geplant, um fehlende Ausrüstung zu ergänzen und den Pazifik zu überqueren, haben uns beide Ziele gefallen.

Wir kommen aber nicht umhin, einmal die typischen Vorurteile zu bestätigen oder zu wiederlegen:

Amerikaner sind fett. Definitiv ja, was sich da so rumwälzte, war einfach nicht mehr schön. Eine Ausnahme gab es: die Kalifornier. Hier herrscht wohl eher der Schönheitswahn, jedenfalls sehen die Kalifornier einfach besser aus und trainieren regelmäßig.
Wenn man sich die Lebensmittelpreise anschaut – insbesondere frisches Obst und Gemüse im Vergleich zum reinen Fastfood – dann versteht man teilweise warum: gute Ernährung ist hier einfach unbezahlbar. Dabei müßte doch eigentlich alles im Lande selbst wachsen, während wir in Deutschland so vieles importieren müssen. Auch die Fernsehwerbung für „gesunde“ Ernährung und die ganzen Low-Fat-Produkte sind eher Verbraucherverdummung als alles andere: dann ist die zweite Zutat auf der Liste eben Zucker statt Fett.

usa_xxl

Die USA sind teuer. Grundsätzlich ja. Die USA sind kein typischer Weltreisestop. Und das Preisniveau hat uns teilweise schockiert. Kalifornien war schon nicht günstig, Hawaii war dann einfach nur noch absurd. Und zusätzlich sind alle Preise noch als Nettopreise angegeben, d.h. die Steuer kommt noch oben drauf. Kein Wunder, dass man da überschuldet ist, wenn man noch nicht einmal weiß, was man am Ende zahlt! Günstig ist eigentlich – außer Kleidung – nur Fast Food, Softdrinks und – erstaunlich im Land der Prohibition – Alkohol!

usa_preise

Man kann alles mit Kreditkarte bezahlen. Meistens ja. Dann heißt es nur: Swipe your card, man zieht seine Karte durch und schon ist man um 20 US$ ärmer. Bei so kleinen Beträgen benötigt man noch nicht einmal eine PIN oder Unterschrift. Moderne Sicherheitssysteme (wie die Chipkarte) gibt es hier noch lange nicht. Dafür verlangen die Geldautomaten aber teilweise 2-3 USD Extragebühren fürs Geldabheben. In manchen kleinen Läden heißt es dann nämlich: Nur Bares ist Wahres!

Amerikaner arbeiten lang und viel. Na ja, wenn man Investmentbanker in New York ist, dann vielleicht. An der Westküste und vor allem in Hawaii: definitiv nein. Hier herrscht Entspannung pur und um fünf Uhr setzt die große Fluchtwelle im Financial District in San Francisco ein. Auch Sonntags sind die Geschäfte nur eingeschränkt geöffnet. Hier überarbeitet sich garantiert niemand!

Überall gibt es tollen Service. Na ja, nur weil mich ein Greeter beim Betreten des Ladens begrüßt und die Kassiererin (trotz langer Schlange) ein bischen netten chit chat macht, bekommt man nicht automatisch einen tollen Service. Meistens zahlt man doch für jeden Handschlag extra und fachkundige Verkäufer sind eher die Seltenheit als die Regel. Trotzdem: der Umgang untereinander und auch mit Fremden ist immer sehr höflich, meistens richtig freundlich.

In den USA gibt es nur wenig Bürokratie. Ha ha ha. Wer einmal in die USA eingereist ist und sich mit den diversesten Sicherheitsbehörden (TSA, Homeland security etc.) rumgeplagt hat, der weiß es besser. Und überall steht Federal law requires… oder zahlreiche Verbotsschilder. Und erst die Federal buildings sind so riesig, da müssen doch tausende Beamte arbeiten. Und die wollen schließlich auch ein bischen was zu tun haben, oder?

usa_verbot1

Amerikaner lieben organisierte Ausflüge. Das ist uns schon in Peru aufgefallen: alles muss per Tour gemacht werden. Anscheinend lieben es die Amerikaner, in einen Bus gesetzt zu werden und den ganzen Tag bespaßt zu werden, ohne sich um etwas kümmern zu müssen. Dafür sind sie bereit, die Tour lange im voraus zu buchen und eine beliebige, absurde Summe in US$ auf den Tisch zu legen. Dies hat zur Folge, dass man für viele Akktraktionen (Alcatraz, Pearl Habour) Monate im Voraus auf Tag und Uhrzeit genau Tickets besorgen muss, sonst hat kann man diese nicht besuchen – eindeutig nix für Weltreisende.

usa_radausflug

Amerikaner haben keinen Geschmack. Hm ja, die meisten wohl nicht. Aber sie kaufen gerne Souvenirs (Kitsch) ein und laufen ständig mit Baseballcap, T-Shirt, kurzer Hose und Turnschuhen rum.

Amerikaner machen alles aus dem Auto heraus. Ja, müssen sie wohl. In San Francisco gab es noch so etwas wie einen öffentlichen Nahverkehr. Jedoch bereits ein Ausflug in den Muir Woods Park nur über rund 20 Meilen entfernt, war aber eigentlich nur sinnvoll mit dem Auto möglich. In Hawaii bin ich in nur einer Woche 770 Meilen mit dem Mietwagen gefahren – auf einer Insel! Die Orte sind halt nicht kompakt und für Fußgänger gebaut, die Distanzen oftmals zu groß und ein öffentlicher Nahverkehr was für Arme, Obdachlose und Grüne. Mit einer Begrenzung auf 55 mph – oft abgebremst auf 45, 35 oder 25 mph – dauert die Fahrt dann noch einmal so lange.

Hawaii ist ausverkauft. Ja, leider. Die schönsten Ecken sind abgesperrt und überall liest man nur „Private property. Trespassers will be prosecuted“.. Eigentlicht schade, aber ein Interesse am Gemeinwohl steht halt hinter den privaten Interessen nach Abgeschiedenheit. Dafür igelt man sich in guarded communities ein, um die fehlende öffentlicht Sicherheit dann privat zu erkaufen. Dies ist übrigens ein Phänomen, welches wir auf dem ganzen Kontitent beobachten konnten.

usa_gated_communiy

Werbeanzeigen