California Sunshine

„Vamos a Estados Unidos“ sagten wir dem Taxifahrer in Lima, der uns zum Flughafen brachte. Richtig, nicht nach Hause sondern weiter. Nachdem die Fluggesellschaft trotz unseres wundersamen One-Way-Tickets und dem Nachweis einer Ausreise aus den USA („And then you a have another flight back to Germany, right?“ – „No we are leaving for Fiji then“ – „Fiji?!?“) uns dann doch mitnehmen wollte, konnte es wieder auf die Nordhalbkugel gehen. Insgesamt neun Stunden sind es bis San Francisco, aber nach den vielen langen Busfahrten ist das quasi ein Tagesausflug 😉

Kalifornien begrüßte uns mit Sonnenschein über der Bay und der Freundlichkeit seiner Beamten – was hatten wir für Witze über die Einreiseprozedur in den Tagen vor Abflug gemacht. Es hat zwar ewig gedauert (Fiscal Cliff?), aber wir wurden freundlich begrüßt und durften rein.

Aus dem Flughafen raus – niemand quatscht uns an, keiner will was verkaufen oder uns irgendwohin fahren. Nein, wir ziehen Tickets für die BART und warten auf die Bahn. Auf der Fahrt in die Stadt bin ich unsicher, ob dies nicht doch die S-11 ist, die mich nach Hause bringt. Die westliche Welt hat uns (vorübergehend) wieder. Es funktioniert alles, alle Leute sprechen Englisch, es kommt einfach so warmes Wasser aus der Wand –  wie einfach das Reisen plötzlich ist.
Genau das richtige also, um einmal durchzuschnaufen und die Ausrüstung zu ergänzen.

sfo6

Sehr bald setzt der „USA-Besuchseffekt“ ein: Man kommt an und hat alles genauso schon mal in Filmen und Fernsehen gesehen. San Francisco hat hübsche Häuser und ist sehr hügelig. Gutaussehende Kalifornier bringen ihre Körper in Form, während inländische Touristen nicht halb so grazil die „awesomeness“ der Stadt bewundern. Die (überwiegend afroamerikanischen) Obdachlosen fahren abends in Downtown ihre Einkaufswagen herum und durchwühlen die Mülleimer. Dafür sprechen die Servicekräfte alle Spanisch 🙂

sfo5

sfo3

Ansonsten hören wir eigentlich nur Deutsche auf den Strassen (war es doch die S-11?), die vom guten Euro-Kurs profitieren wollen.
Auch wir müssen unsere Ausrüstung ergänzen. Schnorchelset, Sonnencreme und Sommerkleidung sind schnell gekauft, so dass wir zum touristischen Teil übergehen können.

Mit dem Fahrrad erkundigen wir die Hügel der Stadt, überqueren die Golden Gate Bridge und schauen uns einfach das Alltagsleben an. Tickets für Alcatraz waren leider schon für Wochen im voraus ausverkauft. Dann eben nicht!

sfo_goldengate2

sfo_alcatraz

Dazu gehören muss aber ein Einkauf bei Trader’s Joes (der zum Imperium von ALDI NORD gehört), der zwar nicht billig, aber immer noch günstiger ist, als die meisten Geschäfte in der Stadt. Hauptsache alles ist green, organic oder veggy. Sogar Einkaufstüten bringen die Leute hier mit (kostet sonst extra!), auch wenn ich das Recyclingsystem hier in Kalifornien nicht ganz verstehe (wird der Pappbecher jetzt wiederverwertet, kompostiert oder deponiert?).

Da wir unser Sofa inzwischen vermissen, muss auch ein Ausflug zu IKEA sein. So können wir uns für ein paar Stunden wie zuhause fühlen und ein günstiges Mittagessen genießen.

sfo4

Zwischen all den schönen Straßen und Perspektiven, die SF zu bieten hat, muss der weibliche Teil der Reisegruppe aufpassen, nicht zu viel zu kaufen. Sagen wir mal so, hier würde die Chance bestehen alle Weihnachts- und sonstwas Geschenke, als auch die Herbstgarderobe in wenigen Stunden komplett zu kaufen 🙂 Paßt aber eben nicht mehr in den Rucksack!

Wir lassen es uns damit in Kalifornien ganz gut gehen – trotz Weltreisebudgets. Der Euro ist doch ganz gut zu uns :-). Das Wetter ist wohl typisch für hier – eher etwas kühler, zwischendurch immer mal nebelig und vor allem windig.

Werbeanzeigen