Erholungspause in La Paz

Und wieder 12 Stunden Busfahrt die ganze Nacht durch über Schotterpisten Richtung La Paz – an Schlaf ist bei dem Gerumpel kaum zu Denken. Der Bus hält hin und wieder unvermittelt, um dann scharf abzubiegen, draußen lodern Feuer. Wahrscheinlich irgendwelche Straßensperren. Egal, um kurz nach 7 Uhr sind wir am Busbahnhof in La Paz.

Um den Entführungen durch falsche Taxis zu entgehen (das Auswärtige Amt warnt eindringlich), entscheiden wir uns im Halbdunkel für einen Fußmarsch mit unserem gesamten Gepäck Richtung Hotel.

Endlich: warme Dusche, Heizung, ein weiches Bett, Fernsehen, und sogar Wifi, wenn man direkt vor der Zimmertür leicht gebückt sitzt und den Laptop richtig dreht. Die Erholung benötigen wir dringend, die vergangenen Tage (-15 Grad nachts) und das Reisetempo (ca. 3000 km) haben doch Spuren hinterlassen, wir müssen uns erst einmal auskurieren.

La Paz als eine der höchsten Städte der Welt liegt in einem Talkessel zwischen 3100m und 4000m. Die ständigen Hügel und die dünne Luft machen das Laufen anstrengend. Die guten Wohnviertel liegen natürlich unten, die Slums eher am Berg. So richtig warm werden wir mit La Paz nicht, trotzdem strahlt die Stadt eine gewisse Faszination aus. Eingerahmt wird das ganze Chaos von dem schneebedeckten Hausberg (6600 m hoch).

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In den Straßen verkaufen Indio-Mütterchen wahlweise ihre Gemüseernte, Coca-Blätter, getrocknete Lamaföten oder Toilettenpapier (hier sehr wertvoll!). Komischerweise machen die Leute hier tatsächlich auch noch eine Siesta und erst abends blüht das Leben richtig auf. Einige der Stände haben ihr Angebot noch um Dienstleistungen wie (Festnetz-)Telefonfonieren erweitert (wo kommt die Leitung mitten auf der Strasse her?). Auch so antiquierte Dienstleistungen wie Schreibstuben mit Schreibmaschinen werden in der Fussgängerzone angeboten. Es gibt also an jeder Strassenecke was zu gucken und wir müssen öfter mal stehen bleiben, um Atem zu holen und nicht von den vielen Minibussen überfahren zu werden, die hier für eine gewissen Mischung aus Autoabgasen und Sauerstoffmangel sorgen.

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Unser schönes ***-Hotel liegt ruhig in der Nähe der Av. Illampu, dem Äquivalent zur Khao San Road mit zahlreichen Ständen, Reiseagenturen und billigen Hostels. Auch eine „Kö“ gibt es hier, der Prado, auf dem die Leute hier tags wie nachts flanieren, also fühlen wir uns fast wie zuhause 😉

In den zahlreichen „Gringo Cafes“ kann man gemütlich einen Kaffee und ein Stück Kuchen genießen und Leute anschauen. Selbst zu Touristenpreisen noch günstig. Heute Abend waren wir sogar endlich mal wieder richtig gut essen, im Vienna einem österreichichen Restaurant mit original Rezepten; viel zu chic für uns eigentlich, aber Bolivien ist eben richtig günstig.

Morgen planen wir unsere Weiterreise in das Amazonas-Tiefland, nach Rurrenabaque. Dort ist es vorbei mit Frieren, es erwartet uns dann wieder eine neue Klimazone mit tropischer Hitze.

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4 thoughts on “Erholungspause in La Paz

  1. Toll, toll, toll !!! Eure Reise entwickelt sich bei uns im Team zum Gesprächsthema Nr.1. 🙂 Sonntag geht es weiter… Ich freue mich auf neue Bilder und Texte. Ach ja: Die beiden Enten sind etwas Kamerascheu.

  2. Tropische Hitze? Ihr seid zu beneiden. HIer in Düsseldorf kommt der Sommer momentan nicht so recht in Gang. Da klingt ein Bisschen Amazonasdschungel gar nicht schlecht.
    Werdet Ihr den Weg über den berüchtigten „Camino de la Muerte“ nehmen? Der ist ja angeblich nicht mehr so gefährlich wie früher, aber die Bilder von ihm sehen immer noch sehr beeindruckend aus.

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