No tengo Pesos

So, im Hostel eingecheckt und gleicht gefragt, wo wir denn an Bargeld kommen könnten. Na ja, es gäbe  Geldautomaten oder man könnte auf der Straße wechseln. Da sollte man sich jedoch vor gefälschten 100-Peso-Noten in acht nehmen. Darauf bekamen wir dann auch gleich eine Einführung in die Sicherheitsmerkmale der 100-Peso-Note (Wert ca. 14 EUR).

Da sich nach einem langen Flug nicht gerade ein Schwarzmarkttausch in einer dunklen Seitengasse anbietet, sind wir erst einmal auf der Suche nach einem Geldautomaten losgezogen. Banken gibt es auch in Buenos Aires genug, nur leider hat uns jeder Automat mit einem kurzen Hinweis „…disculpe, temporario… no dinero … [irgendwas Spanisches, was ich so schnell nicht übersetzen konnte]“ abgewiesen. Nach dem dritten Automaten wurde meine Reisebegleiterin doch etwas panisch. In einer fremden Stadt, durstig und hungrig und keinen Peso in der Tasche macht eben keinen Spaß und ist auch kein guter Anfang für eine Weltreise.

Vorweg: das der argentinische Peso nach der Krise in 2002 mal wieder auf eine neue Hyperinflation zusteuert, haben wir schon zuhause mitbekommen. Aus Sicherheitsgründen – und weil wir Warnungen erhalten haben, dass es in Argentinien aktuell zu Problemen mit ausländischen Kreditkarten kommt – haben wir doch einiges an Bargeld in USD und EUR eingepackt.

Schließlich hat uns die HSBC – world’s local largest Sparkasse – doch noch gerettet und so sorgte das Rattern des Automaten doch für entspannte Gesichter.

Beim Flanieren durch die Fußgängerzoge – Av. Florida – standen sie dann, die Schwarzmarktwechsel, an jeder Ecke: „Cambio, cambio?“, „Dollares, E-uros, change, change?“. Erinnert mich irgendwie an den Typen aus der Sesamstraße mit seinem Mantel und „Hey, psscht, willst du ein A kaufen?„. So einfach hätte es auch sein können. Das werde ich dann morgen mal versuchen.

Aktuell lohnt sich wohl der Schwarzmarkttausch: die offizielle Inflation beträgt 10% p.a. – inoffiziell wohl eher 10% im Monat und für jeden Euro gibt es nicht 6-7 Pesos (offizieller Kurs), sondern 10-11 Pesos. Das sind über 40% mehr fürs Geld, und damit werden auch die argentinischen Preise wieder erschwinglich (ich hoffe noch auf mein 500g-Filetsteak :-). Die Schwarzmarktkurse werden „quasioffiziell“ regelmäßig veröffentlicht: . Wie praktisch!

Die Preise liegen in Buenos Aires auf den ersten Blick deutlich auf, oder sogar über deutschem Niveau. Insbesondere Elektroartikel erscheinen teuer, so wundert mich jetzt auch nicht mehr, warum bei der Zollkontrolle alle Argentinier riesige Gepäckstücke dabei hatten und vom argentinischen Zoll intensiver inspiziert wurden als wir. Insbesondere das Paar, wo er einen Desktop-PC (!), sie den dazugehörigen Flachbildschirm im Koffer hatte.

Hoffen wir mal, dass die Eurozone während der Reise nicht auch noch in eine Krise steuert und Devisenkontrollen einführt…

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