Visa, Visae, Visarum

Die Vorbereitungen gehen in die nächste Runde. Die Reisepässe haben noch genug Seiten, ich habe das Einwohnermeldeamt davon überzeugen können, mir einen zweiten Reisepass auszustellen, die Route stecht fest, die Ausrüstung ist fast komplett…

Als EU-Bürger hat man den unschätzbaren Vorteil, dass man die meisten Länder visafrei bereisen kann. Visafrei – na ja, nicht ganz. Was gibt es alles auf der Strecke?

  • Stempel in Pass: Südamerika ist relativ einfach. Bei Einreise gibt es einen Stempel in den Paß und man darf bis zu 90 oder teilweise 180 Tage im Land bleiben. Streßfrei also – ebenso in Thailand, Malaysia etc – wenn auch die Aufenthaltsfristen etwas kürzer sind.
  • Visa on Arrival: Einige Länder stellen ein hübsches buntes „Visa on arrival“ aus. Bei Ankunft am Flughafen bezahlt man eine Gebühr in harter Währung (wahlweise USD, EUR, CHF oder GBP – was das Portemonnaie so hergibt) und bekommt ein hübsches Visum in den Pass geklebt. Natürlich nicht ohne ein paar Stempel :-). So in Indonesien, Philippinen, Kambodscha, Laos, …
  • USA: Oh ja, der bürokratische Wahnsinn fängt schon in den USA an. EStA heißt das Zauberwort – kostet natürlich USD und garantiert nicht die Einreise bzw. eine freundliche Behandlung durch einen US Customs & Border Patrol-Beamten. Immer nett lächeln, Mund halten und Fingerabdrücke abgeben – nervig, aber machbar.
  • Visa-Länder: Das einzige Land, für dass wir wohl ein formelles Visum vorab benötigen, ist Incredible India.
  • Also Indien. Meister der Bürokratie. Der Beantragungsprozess führt über ein Onlineportal, einem Visumsdienstleister, eine vorgeschaltete Dienstleistungszentrale für das Konsulat dann bei einem der indischen Konsulate in Deutschland in Frankfurt, Hamburg, München oder Berlin. Vorab, teuer, aber leider nötig.

    Leider reicht bei unserer Route auch kein normales Touristen-Visum von 6 Monaten. Das Visum ist nämlich ab Ausstellungsdatum nur sechs Monate lang gültig. Schade, dass Indien unsere letzte Destination sein wird und wir dann definitiv schon länger als 6 Monate unterwegs sein werden. Also muss ein Jahresvisum her. Kostet extra mehr. Und – kurzer Anruf bei einem Visumsdienstleister – der Vize-Konsul in Hamburg stellt dies wohl anstandslos aus, nur der Frankfurter (und für uns zuständige) Vize-Konsul wohl nicht so gerne.

    Also schreiben wir jetzt zusammen mit unserem Visumsantrag auch gleich einen netten Brief an

    The Honorable Vice Consul
    Consulate General of India, Frankfurt

    Update: Das ging schneller als erwartet – die Visa sind da. Dank (oder trotz?) meines netten Briefes haben wir nun nach einem vierseitigen Online-Visaantragsformular (merke: non-trans-gender und non-Pakistani), viel zu vielen Euros und dem Einsatz der Visa-Zentrale unser 12-Monates-Multiple-Entry-Visum!

    Incred!ble India wir kommen…

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